Vorsicht Glosse – Aus dem Leben des Louis Löschnix

Puh, jetzt hab ich mal wieder etwas Luft und komme dazu, Euch ein wenig zu schreiben… Turbulenter Sommer, so nannte es der Stellvertreter vom Chef neulich, als wir beim Maschinisten auf dem Geburtstag waren. Da waren Einsätze, nochmal Einsätze und dann ja auch noch die Jubiläumsfeier unseres schönsten Ortsteils… Aber der Reihe nach:

Ende Mai war ja bei uns Großkampftag. Der trocken-sachlichen Bericht zum feucht-turbulenten Tag habt ihr ja sicherlich gelesen. Jetzt wo alle Klamotten und Keller wieder trocken sind, will ich mal etwas lospoltern. 40 Einsatzstellen an einem Tag. Sowas passiert ja auch nur einmal im Jahr. Und glücklicherweise auch nicht jedes Jahr. Die meisten Bürger haben uns dankbar empfangen und waren froh über jeden Sandsack und jeden Wassersauger und jede helfende Hand. Und wir waren erfreut über Kaffee oder Wasser was uns vielerorts angeboten wurde. Das ist gelebte Gemeinschaft. DANKE dafür!

So einzelne Ausreißer haben mich und meine Kameraden an dem Tag aber schon Nerven gekostet… Da muss ich jetzt doch mal ein wenig Aufklärungsarbeit leisten.

Also 1. Man muss nicht pampig werden, wenn die Feuerwehr an einer abgesperrten Straße die eine Autofahrerin nach freundlichem Gespräch und klarer Verhaltensanweisung langsam durch das Wasser fahren lässt und die nächste dann nicht. Da waren die Argumente aus dem ersten Kraftfahrzeug, einem VW Tiguan mit ordentlicher Bodenfreiheit und mit dem Ziel, die Wohnadresse zu erreichen, während die Zufahrt von der anderen Seite auch gesperrt war, schon plausibel. Als ich mich dann aber ans Fenster des dahinterstehenden, hupenden, tiefergelegten VW Polo runterbeugte und „Isch muss schnell Einkaufen zu Tegut“ als das Ziel genannt bekam… naja, weniger miteinander vereinbar.

Oder der Anwohner an der überfluteten Hauptstraße, der sich empört beschwerte, dass er nun schon über 15 Minuten auf „die Feuerwehr“ warten würde und warum wir unsere Arbeit nicht anständig machen würden. Unsere „Arbeit“ mussten die Kollegen auffangen oder sie blieb liegen. „Danke Chef, dass Sie uns für das Ehrenamt Feuerwehr freistellen!“

Aber dass auch rund 5 seiner Nachbarn die Feuerwehr angerufen hatten und vorher schon 10 Leute aus dem Nachbarortsteil, war für diesen Egoisten kein durchdringendes Argument. Geholfen haben wir ihm dann, nach kurzer Abschätzung der Dringlichkeiten, trotzdem. Gern geschehen ;-)

Und dem unbekannten Audi-Leihwagenfahrer, der regengeschützt unter der Autobahnbrücke „geparkt“ hatte sei noch gesagt: Eine Notrufmeldung über eine eingeschlossene Person in überflutetem Auto sorgt für reichlich Stress, abgebrochene Hilfeleistungseinsätze anderer Orts und eine zügige Blaulichtfahrt über wassergefüllte Straßen, um die gemeldete Einsatzstelle zu erreichen. Große rote Autos werfen dabei leider Bugwellen wie Kreuzfahrtschiffe, was dann die Anwohner erbost, die gerade so noch trockene Füße hatten. Wenn sich dann die Jungs vom Angriffstrupp zur Rettung durchs hüfthoch fließende Wasser zu dem Auto kämpfen, welches leer ist und weit und breit niemand zu sehen ist, dann ist das sehr ärgerlich!

So, jetzt aber genug gemault. Ich versuche mich dieses Mal zu beeilen und spätestens in zwei Wochen wieder was zu schreiben. Dann geht es ganz entspannt um tolle Festtage unseres Jubiläumsjahres. Da hab ich dann auch wieder mehr Positives und Amüsantes zu berichten.